Leseprobe
Kapitel 1-3
"Gift"
"Zebras und Störche"
"Strandgut"
Hörprobe
Beginn der Lesung
Krimi Bädersterben von Kurt Geisler im Oktober 2010 im Museum der Landschaft St. Peter-Ording:
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Sehprobe
Geisler im Kiel TV
Beginn der Lesung Krimi
Bädersterben im März 2011 in der Kieler Lessinghalle:
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Der Krimi Bädersterben
Eigentlich wollte sich der ehemalige Landesbeamte und derzeitige Frühpensionär Helge Stuhr nur eine Woche in St. Peter-Ording an der Nordsee erholen.
Doch schon bei seinem ersten Strandbesuch gerät er in die Ermittlungen eines rätselhaften Mordfalls.
Unter einem der zahlreichen Pfahlbauten in St. Peter wurde eine furchtbar zugerichtete Leiche gefunden. Und das mitten in der Hochsaison!
Panik unter den Urlaubsgästen scheint vorprogrammiert, wäre da nicht Stuhr, den Kommissar Hansen immer wieder gerne als „verdeckten Ermittler“ ausnutzt, um ungeachtet von Grenzen der Bundesländer oder Gesetzen für ihn zu ermitteln.
Weil Stuhr seine eigenen hausgemachten Probleme nie recht in den Griff bekommt, ist er für jede Ablenkung von Kommissar Hansen dankbar. Das führt nicht nur Stuhr auf die Hochseeinsel Helgoland.
Im Buch können Sie nachverfolgen, wie sich der Fall auflöst.
Gut, oder schlecht, wie man es denn so nimmt.
Das nördlichste Bundesland zwischen den Meeren bildet die pittoreske Kulisse für einen spannenden Kriminalfall.
Das hat zumindest mein Gmeiner-Verlag auf den Buchrücken gedruckt, und das nicht zu unrecht.
Unerwarteter Besuch
Eigentlich ist es unfassbar. Gerade eben kam Helge Stuhr auf ein Käffchen mit hoch errichteter Kieler Rundschau erbost auf mich zu:
"Geisler, schau dir diesen Mist nur einmal an!"
Dermaßen erbost habe ich Stuhr selten gesehen. Nun gut, er ist nicht immer besonders charakterstark, doch immerhin ist er einer der Hauptfiguren in meinem gerade veröffentlichen Krimi.
Ohne ein Wort zu verlieren, knallte er mir die neueste Ausgabe der Kieler Rundschau auf den Tisch. "Schau mal, unser gemeinsamer Freund Kommissar Hansen hat sich im Käseblatt über dein Buch Bädersterben negativ geäußert. Wer solche Freunde hat..."
Richtig. Der braucht sich über Feinde nicht zu beklagen. Skeptisch begann ich den Artikel der Kieler Rundschau zu lesen:
Buch über Mordserie an der Nordseeküste erregt Aufsehen
Die Kieler Rundschau im Gespräch mit Kommissar Hansen
Der Kriminalroman „Bädersterben“ hat in der letzten Zeit für erhebliche Aufregung im nördlichsten Bundesland gesorgt. Petra Bester von der Kieler Rundschau sprach mit dem alter ego einer der Romanfiguren.
„Kommissar Hansen, der bisher völlig unbekannte Kieler Autor Kurt Geisler behauptet, dass der gerade im Gmeiner-Verlag erschienene Kriminalroman in enger Zusammenarbeit mit Ihnen entstanden sei. Können Sie das bestätigen?“
„Ja, das kann ich Ihnen schon bestätigen. Diese Mordserie an der Nordseeküste hat uns letzten Sommer in der Tat einige Zeit in Angst und Schrecken versetzt. Ist ja auch verständlich, wenn mitten in der Hauptsaison auf einmal Tote an den Ferienstränden liegen.
Sogar eine Nachrichtensperre musste verhängt werden, um die Bevölkerung nicht unnötig in Aufruhr zu versetzen. Der Autor hat sich eifrig bemüht, alle Ereignisse nachzuverfolgen und die Einzelschicksale farbig auszugestalten. Das Buch schildert, wie die Tatumstände Stück um Stück aufgehellt werden konnten.“
„Ist es aber nicht ungewöhnlich, dass die Polizei ausgerechnet einem Schriftsteller zuarbeitet?“
„Nein, heutzutage keineswegs mehr. Wir ermittelnden Kommissare in der Polizeidirektion Kiel haben großes Interesse daran, dass ein korrektes Bild von unserer oft mühseligen und gefährlichen Polizeiarbeit an die Öffentlichkeit gelangt.
„Was sagen Sie denn zu der Darstellung der Polizeiarbeit in dem Buch Bädersterben, Kommissar Hansen?
„Nun, die akribische Arbeit unseres Polizeiapparates wurde leider nicht bis in alle Einzelheiten beschrieben. Manche polizeitaktischen Maßnahmen wurden nur verknappt dargestellt, doch die letzten Einzelheiten würden vielleicht sensationshungrige Leser unter Umständen auf Dauer auch langweilen.“
„Herr Kommissar, klingt das nicht ein wenig nach versteckter Kritik? Sehen Sie Ihre Ermittlungsarbeit imRoman nicht genug gewürdigt?“
„Nun. Sie wissen doch, wie Schriftsteller heutzutage sich die Finger vergolden lassen. Esrt hauen sie kräftig auf die Tasten, und dann drehen sie die Hände um nach oben, um abzusahnen. Für mich ist das ein schmutziges Spiel. Denn turbulente Schauplätze wie St. Peter-Ording, Helgoland und Sylt und sind nicht nur für Urlauber bekannte und anziehende Orte. Das jedoch letztendlich Laien den Fall lösen und wir als vom Staat bezahlte Ermittler als Hornochsen dastehen, das ist allerdings ausschließlich der dichterischen Freiheit dieses Herrn Geisler geschuldet. Aber ich möchte das Buch nicht schlecht reden. Man kann es lesen.“
„Ihre Aussage verwirrt uns, Kommissar Hansen. Hätten Sie denn ohne Ihre unkonventionellen Helfer Helge Stuhr und Olli Heldt den Fall überhaupt lösen können?“
„Sie dürfen notieren, dass ohne unsere polizeitaktischen Maßnahmen der Täter heute noch frei herumlaufen würde. Seien Sie auch versichert, dass nirgendwo seitens der Polizei Recht gebrochen worden ist, wie es an manchen Stellen im Buch von diesem Geisler durchschimmern mag. Wir sind schließlich keine Bananenrepublik.“
„Sie mögen Recht haben, Kommissar Hansen, aber genau das wird Ihnen doch im Buch des Herrn Geisler letztendlich unterstellt. Stimmt es denn?“
„Jetzt reicht es aber, junger Mann. Soll ich etwa auch noch über meine Dienstpflichten hinaus noch meine Polizeiarbeit mit den literarischen Ergüssen dieses völlig unbekannten Schreiberlings abgleichen? Wozu auch. Jetzt ganz unter uns: Mir hat das Land schon seit Jahren das Weihnachtsgeld gestrichen, und gerade diese aufgeblasenen literarischen Tintenpisser und Besserwisser wie dieser Geisler stoßen sich vermutlich mit Millionengewinnen aus dem Bücherverkauf gesund an einem völlig falsch vermuteten Sand im Räderwerk der Polizei."
„Es gibt also keinerlei Sand im Räderwerk unserer Polizei in Schleswig-Holstein?“
„Papperlapapp. Natürlich gibt es dieses neue Einsparungskonzept des Landes. So etwas gab es jedoch schon immer. Laut trompeten, und dann schnell die Ohren einziehen.
Bei solchen Einsparkonzepten werden immer die Faulen in den Naschecken verbleiben, während alle umtriebigen Beamte wie ich nicht nur eins auf die Nase bekommen, sondern dienstlich immer mehr aufgehalst bekommen.
Nun, da muss man schon einmal konstruktiv nach anderen Wegen suchen, um sich zu entlasten. Nur deswegen greife ich notgedrungen in heiklen Situationen nach Verbündeten wie Stuhr und Olli Heldt zurück."
„Kommissar Hansen, Sie missachten als Landesbeamter entgegen aller Vorschriften einfach so Ihre Vorgesetzten?“
„Nein. das würde ich niemals tun, allein schon wegen des Verlustes meiner Pension. Doch wenn irgenwelche vermeintliche Vorgesetzte meinen, gegen mich anzusetzen, dann habe ich natürlich als Rückversicherung Schreiberlinge wie diesen Buchstabensammler Geisler in der Hinterhand, die unverdächtig von außen entgegen aller Verrücktheiten helfen können, in der Landesverwaltung von Schleswig-Holstein Vernunft einziehen zu lassen."
„Kommissar Hansen, dürfen wir alles, was sie eben gesagt haben, so in der Kieler Rundschau publizieren?"
„Im Prinzip schon, aber meine Bemerkungen über diesen unsäglichen Geisler streichen Sie bitte. Ich hätte nicht gedacht, dass jemals ein Verlag auf dieser weiten Welt dessen Fingerübungen in Druckerschwärze gießen würde.
Eigentlich ist dieser Geisler auch kein schlechter Mensch, aber seine in den Papierkorb gerichteten Schreibübungen scheint ihn für unsere notwendigen polizeitaktischen Maßnahmen verblendet zu haben.
Tut mir leid, doch ich muss jetzt weg zu meinem nächsten Fall. Eine Geiselnahme im Kieler Wasserturm.“
„Kommissar Hansen, wir danken Ihnen für das Gespräch.“
„Wiedersehen."
Kleiner Nachtrag
Nun, als Autor kann ich mit diesem Interview in der Kieler Rundschau zunächst nicht schlecht leben.
Leicht nervös wurde ich nur, als sich Helge Stuhr plötzlich dünne machen wolllte.
So bohrte ich nach: "Stuhr, warst du etwa auch bei dem neuen Fall von Kommissar Hansen dabei?"
Ich hoffte das sehr, denn wer sonst außer Stuhr kann mir von neuen Abenteuern berichten? Stuhr machte jedoch seinem Namen alle Ehre und verriet nichts.
Dann rief mich völlig überraschend ausgerechnet Oberamtsrat Dreesen an, von dem ich immer befürchtete, dass er lediglich eine Kunstfigur von Stuhr war, um seine Schwächen zu verstellen. Lesen sie an dieser Stelle selbst, wie Dreesen mich dann fast genauso als Autor 'genagelt' hat, obwohl ich ihn doch erst erschaffen habe. Nach wie vor lassen mich meine Romanfiguren im Stich.
Ja, muss ich mir denn nun alles aus den Fingern saugen?
